Op. 00.849 DiBaB Country Joy Blues - AH
00:00 / 00:00
Industriekletterer Dresden I DiBaB GmbH
Op. 00.257 Super Traum 1 - AH
00:00 / 00:00
Op. 01.000 Pop Romanze - AH
00:00 / 00:00
Op. 01.046 Bossa Nova - AH
00:00 / 00:00
Op. 00.852 Combo Swing - AH
00:00 / 00:00
Op. 00.493 Liebeswalzer - AH
00:00 / 00:00
Bergsteigerin Dresden I DiBaB GmbH
Bergsteiger Dresden I DiBaB GmbH
Bergsteiger Dresden I DiBaB GmbH
Bergsteiger Dresden I DiBaB GmbH
Bergsteiger Dresden I DiBaB GmbH
Bergsteigerin Dresden I DiBaB GmbH
Bergsteiger Dresden I DiBaB GmbH
DiBaB GmbH die Bergsteiger am Bau

Der Video-Player wird jetzt geladen! Bitte warten Sie!
The video player is now loaded! Please wait!

 Medien & Videos der DiBaB GmbH die Bergsteiger am Bau 15.07.2019

Sächsische Zeitung 25.08.2005.

Sächsische Zeitung 13.06.2004.

André Hüller I DiBaB GmbH
Industriekletterer Dresden I DiBaB GmbH

Wenn der Berg zur Arbeit ruft …

 

Dass man mit Bergsteigen nicht nur Gipfel erklimmen, sondern auch seinen Lebensunterhalt bestreiten kann, hat schon Reinhold Messner bewiesen. Anders liegt der Fall bei Andrè Hüller und den Kollegen der DiBaB GmbH Dresden. Sie benutzen diese Techniken, um dort zu arbeiten, wo andere ohne technische Hilfsmittel kaum eine Chance hätten …

 

Die Dresdner DiBaB GmbH erregte erst kürzlich wieder großes mediales Aufsehen: Im April 2005 reinigten die „Bergsteiger am Bau“ die Außenfassaden des UFA-Kristallpalastes in der Dresdner Innenstadt. Sich vom Dach abseilend, putzten und wienerten zeitweilig bis zu dreißig der „technischen Bergsteiger“ den architektonischen Blickfang, so dass er seinem Namen wieder gerecht wurde. „Ein geometrisch sehr interessantes Objekt“, gibt Andrè Hüller, der Geschäftsführer der DiBaB, im Interview mit sachsenlb.de zu. Darüber hinaus seien solch öffentlichkeitswirksame Auftritte, die in den Medien immer Beachtung fänden, gute Werbung für das Unternehmen.

 

Die DiBaB GmbH als solche gibt es erst seit 2001. Mit mittlerweile 8 Festangestellten und einem „Stamm an langfristig eingearbeiteten Hilfskräften“, so Hüller, erledigt das Unternehmen hochgelegene Arbeiten, zum Beispiel Dach-, Fassaden- und Baumarbeiten. Dabei wird zumeist ein Gerüst oder die Hebebühne eingespart, denn die Kollegen sind nicht nur Handwerker, sondern auch Bergsteiger. Sie erledigen die Aufträge der Kunden mit Seilsicherung. Das erspart dem Kunden einerseits die Kosten für aufwändiges technisches Gerät, andererseits, so Andrè Hüller, „haben wir dadurch ein wesentlich höheres Arbeitstempo“, das wiederum Kosten spare.

 

Entdeckt hat der Bergsteiger und Sportlehrer Hüller diese Art von Arbeit 1983, als er eher zufällig eine kleine Dachreparatur ausführte. Da zu dieser Zeit auch die Vorbereitungen für eine große und teure Bergtour im  Kaukasus liefen, kontaktierten Hüller und seine Bergfreunde verschiedene Wohnungsgesellschaften, hatten fortan ausreichend marode dächer zu reinigen oder flicken – und genug Geld in der Tasche für den alpinen Trip. Nach der Wende machte Andrè Hüller aus dem Nebenjob seinen Beruf. Nun selbstständig, erledigte er zumeist Dachrinnenreinigungen. Jahr für Jahr kamen mehr Aufträge, neue An- und Herausforderungen, so dass er 1997 schließlich den ersten Bergfreund einstellen konnte.

 

2001, als die GmbH gegründet wurde, arbeiteten schon 5 Kollegen für und mit Andrè Hüller. Bei all dem Erfolg blieb er aber auf dem „Teppich“: „Oberstes Prinzip für mich wie die Firma ist es, keine Finanzierungsschulden aufzunehmen. Es wird immer erst dann ein neuer Kollege eingestellt, wenn ausreichend Aufträge und Geld vorhanden sind und anders die Arbeit nicht mehr zu bewältigen ist.“ Dies hielt Hüller auch beim Aufbau der Firma so: Erst als die Unternehmensentwicklung und das Ausmaß der verschiedensten Arbeiten so gut war, dass regelmäßig Gewinne erzielt wurden, sei das Firmengebäude in der Bremer Straße mit allem Drum und Dran entstanden. 

 

Derzeit hat das Unternehmen bundesweit über 800 Stammkunden. Ob in Stuttgart, Düsseldorf, Berlin oder Dresden: Hüllers Kunden wissen dessen gute Arbeit zu schätzen. Freilich, in wirtschaftlich schlechten Zeiten haben auch die „Bergsteiger am Bau“ nicht ständig ein Lächeln im Gesicht. Im Frühjahr musste das alljährliche Trainingsklettern in Südfrankreich wegen Auftragsmangel in Gefolge des langen Winters mangels Gewinne ausfallen.  Zudem muss man zurzeit mit „cirka 30 Prozent Mehraufwand für den gleichen Umsatz – im Vergleich zu Jahren wie 2000“ rechnen. Kunden überlegten heute drei Mal, bevor sie Geld ausgäben.

 

Trotzdem herrscht gute Stimmung bei der „verschworenen Truppe“, so Hüller. Im nächsten Jahr werde man wieder in den letzten zwei Märzwochen nach Südfrankreich fahren. Gründe für diesen Optimismus sind das ständig klingelnde Telefon sowie die wachsenden Zugriffszahlen auf die Firmen-Homepage www.diebergsteiger.de. Vor allem Anfragen von Medien und Kunden lassen derzeit das Telefon öfter klingeln als noch vor Monaten. „Wir haben in diesem Jahr viel Werbung gemacht, einiges an Geld dafür in die Hand genommen. Und es lohnt sich“, erklärt Hüller. Das Unternehmenswachstum, das ausschließlich durch Gewinne realisiert wird, kann weiter gehen. Natürlich langsamer, aber dafür sicher. Schließlich ist der Mann Bergsteiger, und die verstehen von Haus aus etwas von Sicherheit.

 

Interview mit Andrè Hüller:

 

Sie sind von Haus aus Sportlehrer, seit 1978 Bergsteiger. Wie kam es, dass Sie mit Ihrem Hobby Ihren Lebensunterhalt bestreiten?

 

Von dem Haus, in dem ich damals wohnte, waren Dachziegel herunter gefallen. Für mich war es keine Mühe, auf das Dach zu gehen und den Schaden zu reparieren. Daraufhin sprach mich der Vermieter an, ob ich das nicht auch bei einem anderen Haus machen könne. Freilich gab es damals noch mehr Häuser mit kaputten Dächern und Dachrinnen. Wir, die Bergsteigergruppe, haben die Wohnungsgenossenschaften angesprochen, ob sie uns nicht gebrauchen könnten. Die Idee dahinter war einfach, Geld für alpine Vorhaben zu verdienen. Unsere Gruppe plante 1984 eine Besteigung im Kaukasus, wofür teure Spezialausrüstung notwendig war, die so einfach nicht zu finden und zu finanzieren war. Wir kamen mit den Wohnungsgesellschaften ins Geschäft …

 

Nach der Wende haben Sie den Nebenjob dann zum Beruf gemacht …

 

Ab 1991 habe ich das zunächst allein gewerblich gemacht, vor allem Dachrinnenreinigungen. 1997 hatte ich dann so viele Aufträge und Kunden, dass ich den ersten Angestellten, einen Bergsteiger und Bergfreund, einstellen konnte. Mittlerweile sind in der Firma 8 Festangestellte. Hinzu kommt noch ein Stamm von langfristig eingearbeiteten Hilfskräften, zumeist Studenten und Bergfreunde. Die werden bei größeren Vorhaben, wie bei der im April abgeschlossenen Außenreinigung des Dresdner UFA-Kristallpalastes, einem von der Geometrie her sehr interessanten Objekt, eingesetzt.

 

Wenn man sich die Entwicklung Ihres Unternehmens anschaut, stellt man fest, dass alles – Leistungsangebot wie Größe der Firma - Schritt für Schritt gewachsen ist. Mit Absicht?

 

Das ist richtig. Oberstes Prinzip für mich wie die Firma ist es, keine Finanzierungsschulden aufzunehmen. Es wird immer erst dann ein neuer Kollege eingestellt, wenn ausreichend Aufträge und Geld vorhanden sind und anders die Arbeit nicht mehr zu bewältigen war. So habe ich es auch bei der Firma gehalten: das erste Lager war mein Keller.  Als der zu klein wurde, mietete ich eine Garage an. Da zur Dachrinnenarbeit die Dachdeckerei, Fassadenreinigungen, Arbeit in Bäumen etc. hinzukam, platzte auch die bald aus allen Nähten. Schließlich waren die Unternehmensentwicklung und das Ausmaß verschiedenster Arbeiten so gut, dass ein Lager angemietet werden konnte. 2001, mit der Gründung der GmbH, ist schließlich das Firmengebäude in der Bremer Straße mit allem Drum und Dran entstanden.  

 

Hier steht nun auch der Klettersaal, in dem die Kollegen trainieren?

 

Ja. Wir werden das die Unternehmensentwicklung auch weiterhin ohne Bankfinanzierungen betreiben. Sobald  Gewinne erwirtschaftet werden, geht es weiter. In der derzeitigen wirtschaftlichen Situation geht das zwar nicht ganz so schnell wie geplant, aber ohne Substanz wird nicht erweitert.

 

Bei 8 Festangestellten und dem vielseitigen Leistungsangebot muss doch fast jeder alles können?

 

Nicht unbedingt. Die Kollegen sind in unterschiedlichen Gewerken ausgebildet. Einer ist Dachdeckermeister, einer Baumpfleger, ein Reinigungsfachmann ist dabei etc. Hinzu kommen ein Maschinenbauingenieur, ich als Sportlehrer … Wir sind eine bunte, verschworene Truppe – eben Bergfreunde.

 

Das Verbindende ist neben der Arbeit die Kletterei? Sie fahren ja auch ein Mal im Jahr nach Südfrankreich in die Berge …

 

Wir fahren immer die zwei letzten Märzwochen gemeinsam nach Südfrankreich zum Seiltraining. Ganz konzentriert, damit wir in Form bleiben. Schließlich verdienen wir unser Geld nicht mit der Gipfelbesteigung, sondern wir müssen in der Lage sein, Menschen und Material sicher auf- und abzuseilen, horizontal zu bewegen. Das lässt sich auf unserer Homepage www.diebergsteiger.de sehr gut nachvollziehen. In diesem Jahr hat es allerdings nicht geklappt. Einen Winter mit neun Wochen durchgehend Schnee hat es sehr lange nicht gegeben, was sich natürlich auf die Auftragslage und die finanziellen Mittel auswirkte. Andererseits klettern wir auch gemeinsam, wenn einer von uns eine Erstbegehung vorhat und sich diese Tour auch zu Trainingszwecken eignet.

 

Sie haben sich über die Jahre einen recht großen Kundenstamm erarbeitet. Vorrangig regional?

 

Nein. Natürlich gibt es etliche Stammkunden im Raum Dresden, ansonsten sind wir bundesweit unterwegs. Ob in Berlin, Düsseldorf, Stuttgart oder Oberbayern usw. Begehrt sind beispielsweise Dachwartungsverträge mit uns, mit denen wir stark im Geschäft sind. In diesen Verträgen sind jährliche Dachinspektionen verankert, was für den Kunden den Vorteil des Nachweises einer Schadensvorsorge hat,  zu dem er laut BGB verpflichtet ist.

 

In letzter Zeit hat man die DiBaB oft in den Medien erleben können …

 

Im Moment klingelt das Telefon nahezu jeden Tag. Wir haben auch in diesem Jahr viel Werbung gemacht, einiges an Geld dafür in die Hand genommen. Und es lohnt sich. Es ist aber auch notwendig. In diesen Zeiten muss man auch mehr machen, um auf den Umsatz  des Vorjahres zu kommen. Zurzeit müssen wir cirka 30 Prozent Mehraufwand für den gleichen Umsatz bringen – im Vergleich zu Jahren wie 2000, als die wirtschaftliche Lage noch nicht so schlecht war. Kunden überlegen heute drei Mal, bevor sie Geld ausgeben.

 

Andererseits können Sie natürlich mit dem Pfund wuchern, preiswerter zu sein, weil Sie zumeist auf Hebebühnen oder Gerüste verzichten …

 

Auf jeden Fall. Das betrifft aber nicht nur unseren Vorteil, ohne Gerüst zu arbeiten. Richtig zu Buche schlägt auch, dass wir dadurch ein wesentlich höheres Arbeitstempo haben und schneller fertig sind.

Textautor: Uwe Rempe, am 15.06.2005

DiBaB-Anzeige auf Titelseite Das Örtliche Telefonbuch www.dibab-andre-hueller.com

DiBaB - Bergsteiger trainieren in eigener Kletterhalle.